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Rezensionen Romanserien

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AVATAR TRILOGIE - BAND I: SCHATTENTAL

  Gattung:

Sprache:

Autor:
Verlag:
Erschienen:

Ausgabepreis:

ISBN:
Taschenbuch

Deutsch

Scott Ciencin (Pseudonym: Richard Awilison)
Feder & Schwert
Dezember 2002

9,95 Euro

3935282540

Ausstattung: Taschbuchformat, Softcover, 403 Seiten.

Vergessene Reiche / Avatar Trilogie - Band I: Schattental

Eine Legende der Vergessenen Reiche

Dementsprechend verzögert sich auch die Veröffentlichung des Vergessene Reiche-Kampagnen-Set, beim Blanvalet- Verlag gibt es zwar auch ab und an was Neues, aber wenn, sind es ausschließlich R. A. Salvatore- Übersetzungen. Und das ist beizeiten etwas eintönig, egal ob man ihn mag oder nicht und die VÖ-Geschwindigkeit (das aktuelle Sextett brauchte lockere 3 Jahre). Gut, es gab auch noch zwei andere, die Mord in...-Serie, einfach genial, aber das ist ebenfalls mindestens 3 Jahre her.

Und dann erscheinen bei der Konkurrenz, Feder & Schwert, bekannt für Vampire, World of darkness und Engel, plötzlich zwei Vergessene Reiche-Triologien, die es in sich haben. Und den ersten Teil der zweiten Reihe, die Avatartriologie, bespreche ich heute: Schattental.


Schattental - der Name

Neben Herr der Ringe sind Fernberg, Tiefwasser (so übrigens der 3. Teil) und natürlich Schattental die Inbegriffe für Fantasy. Vermutlich weil man dort seit gut zehn Jahren fleißig Spielrunden hat und diese Begriffe am stärksten mit seinen Spielrunden verbindet, es würde mehr als drei Berichte füllen, um zu berichten, was man an den Orten erlebt hat.

Ich hoffe, ich konnte also verdeutlichen, welch legendären Titel dieses Machwerk trägt.


Schattental - der Inhalt

Im Himmelsreich über Faerun regt sich mächtiges. Ao, der Gott zu dem die Götter beten, ist erzürnt. Die Tafeln des Schicksals wurden von einem seiner Kinder gestohlen und um sie angemessen zu bestrafen, verbannt er sie in Avatargestalt auf die Erde, also Faerun.

Das hat zum einen ganz subtile Auswirkungen. Da mit Myrkul der Einlasser in das Totenreich fehlt, gibt es keine Toten mehr (was sich allerdings später seltsamerweise wieder ändert), klerikale Magie existiert nicht mehr und auch "normale" (hermetische) Magie ist in ihr ursprüngliches, wildes Wesen zurückgefallen, da die Regeln Mystras nicht mehr gelten.

In diesen aufregenden Zeiten finden sich im Ort Arabel ein Grüppchen Helden zusammen, die von der jungen, aber geheimnisvollen Caitlan beauftragt werden. Das Grüppchen besteht aus dem Krieger Kelemvor, dem ehemaligen Dieb Cyric, dem Sune-Priester Adon und der Magierin Mitternacht, die erst noch dazustößt.

Kelemvor, eigentlich wie Cyric als Wächter in Arabel angestellt, fühlt, dass er Caitlan bei der Queste helfen muss, er verspürt einen inneren Drang. Zudem hält sich auch sein alter Widersacher Thurbrand in der Stadt auf, noch ein Grund mehr, die Stadt alsbald zu verlassen. Adon kommt das sehr gelegen, ist er doch gezwungen, binnen eines Tages die Stadt zu verlassen, weil er einigen Leuten angedeutet hat, mit Myrmeen Lhal, Herrscherin Arabels, eine Affäre zu haben. Nun, und genau das ist ihr zu Ohren gekommen.

So folgt das Kaffekränzchen (`tschuldigung, diese Übersetzung kann ich mir seid dem D&D-Film nicht mehr verkneifen) Caitlan und Kelemvor auf den Weg zur Kollonade. Parallel verfolgen wir die Aktivitäten der Göttinnen oder genauer ihrer irdischen Avatare, oder zumindest den Tyrannos (engl. Bane), Myrkul, Mystra und Tymoras.

Mehr möchte ich gar nicht verraten und kann es auch fast gar nicht.


Schattental - Schreibstil, Übersetzung und der Autor

Beschreibungen? Details? Hier nicht! Der Stil ist sehr spartanisch und knapp gehalten. Der Leser gewinnt keinen Einblick in die Figuren und kann so keine Beziehungen zu ihnen entwickeln, um beispielsweise mit ihnen zu fiebern, zu sympathisieren oder die Pest an den Hals zu wünschen. Er handelt das Geschehen ultraschnell ab, beispielsweise schläft der Charakter ein, im nächsten Satz hat er einen Alptraum um daraufhin zu erwachen. Ohne Punkt, Komma oder Absatz. Entweder ganz oder gar nicht, heiß oder kalt, aber wofür war der Traum jetzt wichtig? Einmotten oder ausführlich beschreiben, dass sind hier die Perspektiven.

Beim Schreiben der Einleitung hatte ich allein schon Schwierigkeiten, nochmal die Motivation zu rekapitulieren. Da wünscht man sich mehr.

Der Plot, gut klingt übertrieben, ist aber durch den Hintergrund der Vergessenen Reiche vorgegeben und an sich kommt er ganz gut. Mich hat es gefreut, endlich auf deutsch lesen zu können, wie die Zeit der Avatare war (die auch während der Spielzeit stattfindet, ähnlich wie bei DSA die Rückkehr Borbarads - also auch für Meister mal ganz interessant, mal am Rande), doch spannend.

Ob es an der Übersetzung lag, oder das Original ähnlich arm war, nervig war, dass jedesmal Cyric, der ehemalige Dieb oder Cyric, der einstige Dieb zu lesen war - DANKE; ich weiß es! Warum nicht mal Schurke, Räuber oder Gauner, mal in einem Nebensatz (Cyric, der einst seine Taler beim Taschendiebstahl zusammenbekam), aber immer nur diese beiden Ausführungen, auf jeder zweiten Seite - ich hab`s KAPIERT!

Die berüchtigten Rechtschreibfehler bei F&S hielten sich in grenzen, auch wenn mir die auftretenen Fehler unverständlich sind (Abbbitte). Naja, im nächsten Band (also, in Die Bluthündin, lese ich gerade), wird´s noch besser, da mußte ich mich echt wegwerfen, mir kamen die tränen, aber das demnächst.

Nun aber die aus meiner Meinung nach beste Nachricht ist, dass der Autor gar nicht Autor ist!

He!?!

Will sagen, es ist ein Pseudonym und die anderen Bücher wurden teilweise von anderen geschrieben. Hier steckt Scott Ciencin dahinter, Teil 2, Tantras, kommt ebenfalls von ihm in Zusammenarbeit mit James Lowder und Tiefwasser zuguterletzt von Troy Denning, der schon für das Dunkle Sonne-Sextett verantwortlich war.


Schattental - Layout, Cover und Karten

Der Umschlag ist erste Sahne und übertrifft JEDES Buch von Konkurrenten Blanvalet/ Goldmann! Okerne Elefantenhaut (also Marmoreffekt), wie ich es auch bei Fantasy-Websides schätze *hust* bildet die Grundfarbe, das Cover ist von Jeff Easley, nach Elmore die #2 der AD&D-Zeichner, wenn auch nur ein durchschnittlicher. Umrahmt von einen Runendreieck mit schönem Lichteffekt. Einzig der Schriftzug, das Original hat man nicht lizensiert gekriegt, nehm ich an, ist ähm, bei weitem nicht so schön, wie der alte.

Innen folgt eine Übersichtskarte mit Arabel und Schattental sowie eine Stadtkarte von Schattental, beide ganz gelungen.

Hochweißes Papier ohne viele Ränder warten dann im Inneren darauf, verschlungen zu werden, jedenfalls nicht so verschwenderisch bei den größeren Verlagen. Der Anfang der Kapitel wird durch einen grau hinterlegten Runenkreis begonnen.

Aus meiner Sicht einfach liebevoll gemacht!


Schattental - Wertung

Insgesamt ist das Buch eher unterdurchschnittlich, insbesondere durch den Schreibstil. Aufgewertet wird das ganze nur dadurch, dass ich zur Zeit am Schmachten nach neuem Material bin ;-), durch die mühevolle Kleinarbeit von F&S und durch die Enge mit dem Hintergrund zu den Vergessenen Reichen. Daher durchschnittlich!


Schattental - Mein Lieblingszitat

Thurbrand: "Na gut, du weißt, wo Du mich findest."
Kelemvor: "Wenn ich keine Augen am Hinterkopf hätte, wüßte ich es nicht."

[Ingo Schulze]

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